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		<title>Ökokiste im Selbstversuch: Der Landkorb vom Lindenhof</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 17:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die erste Kiste ist da! Und sofort stapeln sich in meiner Küche die Herausforderungen: Sellerie, Rote Beete, Pastinaken. Gleich drei Sorten, die mir einiges an Kreativität abverlangen. Da ich nach jahrelanger Überversorgung mit Globalgemüse nicht mehr wirklich weiß, was in brandenburgischem Boden wächst, habe ich mich zum Auftakt für einen Regionalkorb vom Lindenhof entschieden.
Der Lindenhof [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1336" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/landkorb1-e1272474523104.jpg" rel="lightbox[1335]"><img class="size-medium wp-image-1336" title="Kleiner Regionalkorb vom Lindenhof" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/landkorb1-301x450.jpg" alt="Kleiner Regionalkorb vom Lindenhof" width="150" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kleiner Regionalkorb vom Lindenhof</p></div>
<p>Die erste Kiste ist da! Und sofort stapeln sich in meiner Küche die Herausforderungen: Sellerie, Rote Beete, Pastinaken. Gleich drei Sorten, die mir einiges an Kreativität abverlangen. Da ich nach jahrelanger Überversorgung mit Globalgemüse nicht mehr wirklich weiß, was in brandenburgischem Boden wächst, habe ich mich zum Auftakt für einen Regionalkorb vom Lindenhof entschieden.</p>
<p>Der Lindenhof ist ein Demeter-Betrieb und liegt in Rohrlack im Nordwesten von Brandenburg. Die <a href="http://www.landkorb.de/" target="_blank">Website des Lindenhofs</a> ist zwar nicht gerade die Modernste, dennoch macht der Hof einen sympathischen Eindruck. Zur Auswahl steht eine wirklich große Zahl an Abokörben, die sich nicht nur auf Obst und Gemüse beschränken. Auch Käsekörbe können beim Lindenhof abonniert werden. Alle Körbe lassen sich durch zusätzliche Artikel ergänzen. Das gesamte Sortiment umfasst neben Obst und Gemüse auch diverse Milchprodukte, Fleisch und Eier, Brot und Backwaren, Getränke, Kosmetik und verschiedene ökologische Hauswaren.<span id="more-1335"></span></p>
<p>Das Bestellen geht einfach: im Shop anmelden, Korb wählen, zwischen einmaliger oder regelmäßiger Lieferung wählen, abwarten. Bezahlt wird per Lastschrift. Wieviel genau, erfährt man durch die Rechnung, die der Lieferung beiliegt. Denn die angegebenen Preise sind – wie bei allen Höfen – Mittelwerte, die je nach Inhalt der Kiste ein wenig nach oben oder unten schwanken können.</p>
<p>Der Inhalt des Regionalkorbs ist trotz der kleinsten Größe wirklich üppig und macht Lust aufs Kochen. Alles ist knackig und frisch, und die Mischung ist – wie schon gesagt – eine kreative Herausforderung. Einzig die Champignons habe ich weiterverschenkt, da ich kein Fan von Pilzen bin. Und das ist dann auch einer meiner beiden Kritikpunkte am Lindenhof. Anders als bei anderen Anbietern habe ich keine Möglichkeit gefunden, bestimmte Lebensmittel für die Kiste auszuschließen oder durch andere zu ersetzen. Ob es diese Möglichkeit gibt, müsste man individuell erfragen, eingeplant scheint diese Justierung allerdings nicht zu sein.</p>
<p>Ein weiterer Kritikpunkt ist das Liefersystem. Denn der angegebene Lieferzeitraum erstreckt sich von Dienstag 8 Uhr bis Freitag 20 Uhr. Dass ich heute mit der Lieferung rechnen durfte, erfuhr ich erst durch einen Anruf beim Lindenhof. Leider konnte auch die Uhrzeit nicht auf eine bestimmte Zeitspanne eingegrenzt werden, was mich ob des schönen Wetters ein wenig missmutig stimmte. Gegen 14 Uhr kam dann glücklicherweise ein sehr freundlicher Lieferant, der auf meinen Wunsch auch die Plastikkiste, für die normalerweise ein Pfand von 7,50 EUR erhoben wird, wieder umgehend mit zurücknahm. (Ob das Pfand nun auch von meiner Rechnung genommen wird, muss ich noch herausfinden&#8230;)</p>
<p>Kurzum: Das Gemüse vom Lindenhof lässt augenscheinlich keine Wünsche offen. Die Ware ist frischer als in jedem Bio-Supermarkt, regionale Exoten sind dabei und die Menge spornt an, sich in der Küche umgehend ans Werk zu machen. Einzig das Feintuning im Service des Lindenhofes bietet noch Raum für Verbesserungen. Wer bestimmte Gemüsesorten nicht mag und lieber etwas mehr Kontrolle über seinen Korb hätte, dürfte bei einem anderen Anbieter glücklicher werden. Eine kleine Email an den Kunden mit Angabe des Liefertages (der laut Auskunft des Lindenhofs später immer der gleiche bleibt) wäre eine ernsthafte Verbesserung im Bestellsystem, da sie die eigene Planung erleichtern würde.</p>
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		<title>Gesund leben trotz Faulheit – Ökokiste sei Dank</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 17:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Höchstpersönlich]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Jahr und Tag nehme ich mir vor, mich gesünder zu ernähren. Mehr Gemüse und so. Nix Fertiges, sondern selber kochen. Glaubt man Kochsendungen und Ernährungsratgebern, ist das ein Kinderspiel. Glaubt man der Erfahrung, ist es ein Teilzeitjob! Denn mich persönlich kostet es einen erheblichen kognitiven und zeitlichen Zusatzaufwand, am Gemüseplan festzuhalten. Entscheiden, was man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/obstkorb.jpg" rel="lightbox[1326]"><img class="alignleft size-full wp-image-1327" title="obstkorb" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/obstkorb.jpg" alt="" width="450" height="204" /></a>Seit Jahr und Tag nehme ich mir vor, mich gesünder zu ernähren. Mehr Gemüse und so. Nix Fertiges, sondern selber kochen. Glaubt man Kochsendungen und Ernährungsratgebern, ist das ein Kinderspiel. Glaubt man der Erfahrung, ist es ein Teilzeitjob! Denn mich persönlich kostet es einen erheblichen kognitiven und zeitlichen Zusatzaufwand, am Gemüseplan festzuhalten. Entscheiden, was man kochen will, einkaufen, das Zeug nach Hause schleppen und es dann auch tatsächlich noch zubereiten – für mich als Impulsmensch mit Entscheidungsschwäche erwiesen sich diese Hürden bisher als zu groß, als dass ich daraus ein Lebenskonzept machen könnte.</p>
<p>Doch es gibt Grund zu neuer Hoffnung. Denn vor Kurzem erfuhr ich vom Prinzip der »Ökokiste«. Die Ökokiste ist ein Service verschiedener Bio-Höfe, der uns Stadtmenschen das gesunde Leben erleichtern will. Nach einmaliger Bestellung erhält man wöchentlich eine Kiste Gemüse und/oder Obst direkt vom Biobauern ins Haus geliefert.<span id="more-1326"></span></p>
<p>Je nach Anbieter kann man zwischen verschiedenen Ausführungen wählen, etwa zwischen Regionalkisten, Schonkostkisten, Mixkisten oder Bürokisten. Was genau drin ist, ist jede Woche eine kleine Überraschung. Zwar kann man bei den meisten Anbietern den Inhalt der aktuellen Lieferung irgendwo im Web nachlesen, aber gerade das Überraschungsmoment finde ich persönlich sehr sympathisch. Denn zum einen nimmt mir jemand das lästige Entscheiden ab, zum anderen kommen so auch mal regionale Gemüsesorten auf den Tisch, die ich hier im Supermarkt nicht finden würde. Pastinaken zum Beispiel. Oder Teltower Rübchen.</p>
<p>Eine kleine Kiste für ein bis zwei Personen liegt im Schnitt bei etwa 11 Euro – für meine Begriffe ein äußerst moderater Preis für Bioware, die auch noch von selbst in die Küche kommt. Man muss im Übrigen nicht zu Hause sein, um die Ware in Empfang zu nehmen. Alle Höfe bieten an, die Kiste entweder vor die Tür zu stellen, oder sie irgendwo in der Nachbarschaft abzugeben.</p>
<p>Im Raum Berlin/Brandenburg habe ich mittlerweile zahlreiche Höfe ausfindig gemacht, die Öko-Kisten anbieten. Preislich liegen sie alle nah bei einander. Inwiefern sie sich unterscheiden und welcher Biohof mein Energieversorger des Vertrauens werden wird, werde ich in den kommenden Wochen herausfinden. Da ich ruhig auch mal wieder etwas bloggen könnte, werde ich meine Erfahrungen hier berichten.</p>
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		<title>NLP für das Volk – mein Fazit</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 00:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenleben ausgeleuchtet]]></category>
		<category><![CDATA[NLP]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich meine (unabgeschlossene) Seminar-Berichterstattung zum NLP »Volkspractitioner« bei Chris Mulzer hier und hier veröffentlicht habe, erhielt ich mehrere Anfragen per Email, wie ich das Seminar denn nun in Gänze einschätzen würde und ob ich es empfehlen könne. Das will ich hier nun gern für alle Leser beantworten, denn es ist in der Tat nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich meine (unabgeschlossene) Seminar-Berichterstattung zum NLP »Volkspractitioner« bei Chris Mulzer <a href="http://jabka.de/blog/der-skepsis-zum-trotz-nlp-tag-eins/">hier</a> und <a href="http://jabka.de/blog/der-skepsis-zum-trotz-nlp-tag-zwei/">hier</a> veröffentlicht habe, erhielt ich mehrere Anfragen per Email, wie ich das Seminar denn nun in Gänze einschätzen würde und ob ich es empfehlen könne. Das will ich hier nun gern für alle Leser beantworten, denn es ist in der Tat nicht recht befriedigend, zwei von zehn Seminartagen kritisch zu beschreiben und das Fazit dann zu unterschlagen.<span id="more-1300"></span></p>
<h4>Tag 3 bis 10 in Kürze</h4>
<p>Ich habe nach Tag 2 das Schreiben nicht etwa aus Faulheit aufgegeben, sondern war vom Erlebten einfach unendlich erschöpft! Ab dem dritten Tag zeigte sich für mich sehr deutlich, dass die augenscheinliche Leichtigkeit des Seminars in Wirklichkeit Schwerstarbeit war. Ich kam kaum noch aus dem Bett, hatte Gliederschmerzen, war ausgelaugt und hätte gut und gern 14 Stunden am Stück durchschlafen können, wenn ich die Zeit gehabt hätte. An meiner Erschöpfung habe ich gemerkt, wie die Erfahrungen des Seminars in mir arbeiteten und v.a. die Selbsterfahrungsanteile zu fruchten begannen.</p>
<p>An Tag vier fühlte ich mich dann gänzlich am Ende meiner Kräfte und musste mir einen Nachmittag Auszeit nehmen. Statt im Park hypnotische Sprachmuster zu üben, habe ich mich in mein Lieblingscafé gesetzt und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Die Auszeit hat wahre Wunder gewirkt: An Tag fünf und sechs, als alle anderen Teilnehmer mit der Zunge auf dem Boden herumkrochen, fühlte ich mich wieder unbeschwert, munter, fröhlich und meine Energiereserven waren neu aufgefüllt. Die restlichen Tage habe ich in einem angenehmen Flow verlebt und habe mitgenommen, was mir nützlich und brauchbar erschien.</p>
<p>An den Tagen drei bis zehn gab es viele gute Erfahrungen, viel guten Input und neue Inspirationen. Ebenso gab es auch an diesen Tagen Dinge, die mich nicht so sehr vom Hocker rissen, z.B. weil sie mir für diesen Rahmen eindeutig zu weit gingen. An vorderster Stelle sei hier die Hypnose genannt, mit der mir ein wenig zu leichtfertig umgegangen wurde. Dennoch kann ich rückblickend sagen, dass die positiven Eindrücke überwogen.</p>
<h5>Der große Pluspunkt</h5>
<p><strong>Selbsterfahrung</strong></p>
<p>Während man an den Vormittagen Chris Mulzer persönlich zuhörte, wurde an den Nachmittagen in Kleingruppen geübt. Jede Übungsgruppe bestand aus ca. 12 bis 15 Teilnehmern und wurde von einem Trainer und zwei NLP-Mastern betreut. Also ein relativ luxuriöses Betreuungsverhältnis. Alle Trainer und Master waren sehr präsent und hilfsbereit, es war immer jemand greifbar, den man etwas fragen konnte.</p>
<p>Ich hatte vorher auch NLP-Seminare in klassischer Form besucht, d.h. Wochenendseminare mit 15 bis 20 Teilnehmern. In diesen Wochenendseminaren erschienen mir Übungsgruppen oft als eine eher oberflächliche Pflichtübung. Man findet sich in Grüppchen zusammen, sucht sich am besten auch noch die Übungspartner, mit denen man besonders gut klarkommt, und arbeitet dann in 20 Minuten eine Anleitung ab. Das blieb in der Regel immer ein eher technisches Unterfangen, ohne einen wirklichen emotionalen Effekt. Beim Volkspractitioner war das gänzlich anders.</p>
<p>Die Übungsgruppen wurden jeden Tag neu zusammengestellt, sodass man einem Übungspartner eigentlich nie zweimal begegnete. Allein das sorgte für einige Bewegung im Oberstübchen! Jeden Tag galt es, sich auf neue Menschen einzustellen, sich in sie hineinzufühlen und sich selbst immer wieder neu für die Übungen und Übungspartner zu öffnen. Zum Training von Empathie, Kalibrierung und einer aufmerksamen Wahrnehmung war dies ein wesentlich besserer Rahmen, als ihn die vertrauten, kleinen Übungsgruppen klassischer NLP-Seminare bieten können.</p>
<p>Mulzer sprach in seinen Vorträgen oft davon, dass es wichtig sei, geistige (und emotionale) Flexibilität zu entwickeln, damit sich die konstruktivistische Stärke des NLP im eigenen Erleben und Verhalten entfalten kann. Die wechselnden Übungsgruppen waren ein ziemlich geschickter Mechanismus, um diese Flexibilität herauszufordern. Denn es war während der Übungsphasen schlicht unmöglich, sich in seine Komfortzone zurückzuziehen und die eigenen Widerstände länger als drei Tage aufrecht zu erhalten. Dementsprechend hoch war die Intensität der Selbsterfahrung während der Übungsnachmittage und damit der Prozess, der über die zehn Tage in Gang gesetzt wurde.</p>
<h5>Die Minuspunkte</h5>
<p><strong>Theorie, Ethos und kritische Reflektion</strong></p>
<p>So sehr ich vom Erlebnis-Faktor des Seminars angetan war, so sehr hat mich die andere Seite, die ein NLP-Practitioner vermitteln sollte, enttäuscht. Das didaktische Konzept des Seminars würde ich so beschreiben: Viel erspüren, wenig denken &#8211; viel Praxis, wenig Theorie.</p>
<p>Die Vorträge am Vormittag waren zweifellos sehr unterhaltsam und für mich auch äußerst anregend, da Mulzer es wirklich versteht, »the big picture« aufzumachen. Es ging viel um Intuition, um Sinnfragen, um geistiges und spirituelles Wachstum, nicht wenig ging es um Sex und das Anbändeln der Geschlechter, es gab Abstecher in die Erkenntnistheorie, in verschiedene Glaubenssysteme und in unterschiedliche Wissenschaften. Für mein hungriges Gehirn war diese Spannbreite ein wahres Fest. Zu kurz kam dabei jedoch das, was man hierzulande im Allgemeinen unter NLP versteht. Theoretischen Input zum NLP suchte man in den Vorträgen nämlich vergebens. Mulzers Auffassung, Theorie kann und muss man sich selbst anlesen, ist im Grunde ja gar nicht verkehrt. Doch tut dies jeder der Teilnehmer wirklich?</p>
<p>An diesem Punkt denke ich mit einem sehr fahlen Beigeschmack an das Seminar zurück. Denn die theoretische Fundierung des NLPs besteht eben nicht nur aus der Reflektion bestimmter Methoden und Techniken. Sie besteht vor allem auch aus einer ethischen Grundhaltung und einem anständigen Menschenbild. Natürlich kann man jemandem diese Dinge nicht »verordnen«. Doch meiner Meinung nach gehört es zur Verantwortung eines NLP-Trainers, seine Zöglinge auf diese ethische Rahmung zumindest aufmerksam zu machen. Denn ohne eine kritische Reflektion des eigenen Handelns kann das Handwerkszeug, das man mit dem NLP erhält, schnell in falsche Bahnen laufen.</p>
<p>Im Besonderen fehlte mir die Thematisierung eines Menschenbildes, das den Allmachtsfantasien mancher frisch gebackener »NLP-Initiiaten« Einhalt geboten hätte. Der grundlegende Respekt vor jedem Individuum, eine vorurteilsfreie Offenheit und das bedingungslose Respektieren der Entscheidungsfreiheit eines jeden Menschen sind meiner Meinung nach unverzichtbare Aspekte einer Grundhaltung, die den ethischen Einsatz von NLP erst ermöglicht. Wie wenig selbstverständlich eine solche Haltung ist, erlebte ich gelegentlich in den Diskussionen während der Mittagspause, wenn folgender Tenor über den Tisch fegte: <em>»Wenn du mir dieses und jenes jetzt nicht beantworten kannst, dann<strong> willst</strong> du dich nicht verändern und das ist schlecht.«</em> Diese leich passiv-aggressive Reaktion war in unterschiedlichen Facetten immer wieder mal zu hören.</p>
<p>Dass es Menschen gibt, die sich a) tatsächlich nicht verändern wollen, dies b) auch völlig in Ordnung ist und c) nicht jeder frisch gebacktene NLP-Practitioner an jedem Menschen beliebig »herumspielen« darf, wurde mit keinem Wort thematisiert. Die Grenzziehung zwischen dem theoretisch Möglichen und dem ethisch Angemessenen habe ich während der zehn Tage mehr als einmal vermisst und die erlebten Grenzverletzungen sind mir &#8211; auf gut deutsch gesagt &#8211; gehörig auf den Sack gegangen.</p>
<p>Chris Mulzer sprach selbst desöfteren mit einem milden Lächeln vom Phänomen der missionarischen Selbstüberschätzung, der man nach einem solchen Seminar leicht verfallen kann. Das gefühlte Gefälle zwischen Ich und Du, das sich aufgrund von Selbstüberschätzung auftun kann, durch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Allmachtsfantasie zu relativieren, wäre meiner Meinung nach ein gangbarer Schritt gewesen, um diesem größenwahnsinnigen Wildwuchs Einhalt zu gebieten.</p>
<p><strong>Frontalunterricht à la NLP</strong></p>
<p>Wie gesagt, wenn Chris Mulzer auf der Bühne sitzt und erzählt, ist das ein unterhaltsames Unterfangen. Er ist und bleibt eine Rampensau vor dem Herrn – im besten Sinne. Schade fand ich es jedoch, dass nur die Ohren der Teilnehmer etwas von dieser Unterhaltungskunst hatten. Denn neben gesprochener Sprache kamen keine weiteren didaktischen Mittel zum Einsatz. Dies ist eigentlich höchst paradox, denn die Ansprache der Submodalitäten (Hören, Sehen, körperliches Empfinden) zur besseren Erreichung eines Menschen waren durchweg Thema des Seminars. Im Sinne einer gelebten Theorie wäre es also durchaus wünschenswert gewesen, auch die Vortragsteile mit visuellen und kinästhetischen Elementen anzureichern.</p>
<p><strong>Hypnose Hypnose Hypnooooose</strong></p>
<p>Ein weiterer Punkt, mit dem ich meine Schwierigkeiten hatte, ist die Auswahl der vermittelten Techniken und Themen. Körpersprache war beispielsweise überhaupt kein Thema des Seminars, auch Klassiker wie Reframing oder die Arbeit mit Metaphern gehörten nicht zum Seminarstoff. Überproportional stark vertreten war hingegen die Arbeit mit hypnotischen Elementen, die mir persönlich nicht so sehr zusagte.</p>
<p>Ich bin generell sehr empfänglich für Trance-Zustände, vielleicht zu empfänglich. Die andauernden Trancen führten bei mir dazu, dass ich aus dem Dämmerzustand irgendwann nicht mehr herauskam und auf dem Heimweg mehr als einmal fast gegen einen Laternenmast gelaufen wäre. Auf mich wirkten die ständigen Trancen sehr ermüdend und mir fehlte (kinästhetische) Aktivität als ausgleichendes Gegengewicht. Dies mag eine Typsache sein, denn die meisten Teilnehmer waren sehr begeistert vom Zustand des drogenlosen Dauerrausches.</p>
<p>Typ hin oder her, für mich stellt sich die Frage, ob soviel Hypnose wirklich zur optimalen Ausstattung eines NLP Practitioners gehört – vor allem wenn man zum einen das dünne theoretische und ethische Fundament bedenkt und sich zum anderen bewusst macht, dass hypnotische Arbeit mehr in Gang setzen kann, als einem kleinen NLP Practitioner manchmal bewusst und lieb ist.</p>
<p>Auch ist es schade, dass aus dem riesengroßen Baukasten wirklich beeindruckender NLP-Techniken so viele zugunsten der Hypnose nicht zur Sprache kommen konnten, obwohl sie sehr viel lebenspraktischer und alltagstauglicher gewesen wären. Bedenkt man, dass die Teilnehmer des Seminars aus allen nur denkbaren Berufsbereichen kamen – vom Modefotografen bis zur Investmentberaterin – wären so simple, aber unglaublich erhellende Techniken wie z.B. Pacing &amp; Leading für viele sicher bereichernder gewesen als zehn verschiedene Varianten, durch Trance ein schöneres Gefühl zu erzeugen.</p>
<h4>Mein Fazit</h4>
<p>Ich war im Vorfeld wahnsinnig skeptisch (aber auch neugierig), was das Format dieser Massenveranstaltung angeht. Es ist schon eher unüblich, dass Weiterbildungen zu Persönlichkeitsthemen in einem so großen Rahmen von 400 Teilnehmern abgehalten werden – zumindest in Deutschland. Die Lernerfahrung ist definitiv eine andere als in den üblichen Wochenendseminaren. Nicht besser. Auch nicht schlechter. Einfach anders.</p>
<p>Das Konzept der Veranstaltung hat mich relativ schnell überzeugt. Der Anteil von Input (»Theorie« kann ich es nicht wirklich nennen) und Übungspraxis war ausgewogen, die hinreichende Betreuung und Anleitung der Teilnehmer war gewährleistet und durch die täglichen Trancen zum Ende des Tages war – so man nicht wie ich überempfindlich darauf reagiert – auch für die nötige Entspannung und Integration des Gelernten gesorgt.</p>
<p>Chris Mulzers große Stärke ist es, in seinen Seminaren Prozesse in Gang zu setzen und intensive Selbsterfahrung zu initiieren. Dies gilt sowohl für den Practitioner, als auch für seine Übungswochenenden (sofern ich dies nach einem besuchten Übungswochenende beurteilen kann). In diesem Punkt hat er anderen NLP-Trainern einiges voraus. Solide Theorie muss man sich allerdings woanders besorgen, denn die bekommt man bei ihm so gut wie gar nicht. Auch sollte man nicht davon ausgehen, bei ihm die alltagstauglichsten Techniken zu erlernen – sprich die, die sich in den Arbeits-, Lebens- und Beziehungsalltag wirklicht gut integrieren lassen.</p>
<p>Trotz meiner Kritikpunkte kann ich die Teilnahme am Volkspractitioner empfehlen. Die Selbsterfahrung, die für jede gelungene NLP-Integration erforderlich ist, ist in diesem kompakten Seminar weitaus intensiver als sie in kurzen, über lange Zeiträume verteilten Wochenendseminaren erlebbar wäre. Das ist ohne Zweifel ein riesen Plus. Auch die Begegnung mit so vielen unterschiedlichen Menschen ist ein einzigartiges und bereicherndes Erlebnis, zumal nach wenigen Tagen so eine Art Ferienlager-Stimmung aufkam, die das Miteinander enorm erheiterte. (Es sollen übrigens schon diverse Pärchen inkl. Hochzeiten aus diesen Massenseminaren hervorgegangen sein.)</p>
<p>Sofern man vor hat, NLP nicht nur zur persönlichen Bereicherung, sondern auch für den beruflichen Einsatz zu erlernen, halte ich es für empfehlenswert, die Mulzer-Variante durch ein klassisches NLP-Seminar im Wochenend-Format und mit kleinerer Teilnehmer-Besatzung zu ergänzen.</p>
<p>Wer erwägt, sich diesem Spektakel einmal selbst auszusetzen, den kann ich nur ermutigen. Ethos, Theorie und Hypnose hin oder her, man verlässt dieses Seminar mit bleibenden Eindrücken und Erinnerungen, und wenn man sozial nicht völlig unbegabt ist, auch mit einer Vielzahl neuer, interessanter Kontakte. Selbst bei mittelschweren Zweifeln kann ich nur raten: Einfach ausprobieren. Bei einer Teilnahmegebühr von gerade einmal 350 Euro ist die Teilnahme am Volkspractitioner ziemlich risikoarm – zumindest was das Finanzielle angeht. Das Risiko, innerlich aufgerüttelt und einmal komplett durchgerührt zu werden, ist hingegen ziemlich groß. Je größer die Bereitschaft ist, sich darauf einzulassen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnahme für das eigene Leben gewinnbringend ist.</p>
<p>&#8211;<br />
Seit Kurzem gibt es den Vortragsteil des Volkspractitioners 2009 auch als <a href="http://www.nlpdeutschland.com/nlp-practitioner-kostenlos.html" target="_blank">kostenlose Video-Serie im Netz</a>.</p>
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		<title>Mit Halbwissen zum örtlichen IT-Experten</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 17:33:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[In bester Absicht]]></category>
		<category><![CDATA[bedienungsanleitung]]></category>
		<category><![CDATA[computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Jahren fragen mich Freunde, Bekannte und Elternteile mit hochgradig zuverlässiger Regelmäßigkeit nach irgendwelchen Dingen rund um ihren Computer. Manche von ihnen nehmen ihren nicht funktionierenden Internet-Anschluss zum Anlass, sich nach Monaten der Funkstille mal wieder zu melden, andere halten Mitternacht für die geeignetste Zeit, um mich via Facebook nach irgendeiner sonderbaren Word-Funktion zu fragen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren fragen mich Freunde, Bekannte und Elternteile mit hochgradig zuverlässiger Regelmäßigkeit nach irgendwelchen Dingen rund um ihren Computer. Manche von ihnen nehmen ihren nicht funktionierenden Internet-Anschluss zum Anlass, sich nach Monaten der Funkstille mal wieder zu melden, andere halten Mitternacht für die geeignetste Zeit, um mich via Facebook nach irgendeiner sonderbaren Word-Funktion zu fragen. Solange sich der Hilfesuchende bei seiner Einleitung zumindest halbwegs glaubhaft nach meinem Befinden erkundigt, helfe ich immer gern.<span id="more-1268"></span></p>
<p>Wenn ich hinterher (meist zwei bis 30 Min. später) gestehe, die Antwort vorher selbst nicht gekannt zu haben, stößt das gemeinhin auf Ungläubigkeit. Denn wenn Halbwissen genügen würde, um die eigene Software in den Griff zu kriegen oder gar das störrische WLAN zum Laufen zu bringen, ja dann könnte das doch jeder!</p>
<p>Auf <a href="http://xkcd.com/627/" target="_blank">xkcd.com</a> fand ich vor ein paar Monaten eine praktische Anleitung für all jene Mitmenschen, die nach wie vor an die Existenz einer übermenschlichen Spezies glauben, die jedes Programm, jedes Betriebssystem, jeden Druckertyp und jeden Internetprovider kennt wie die eigene Westentasche.</p>
<p>Zur allgemeinen Befähigung der Einen und langfristigen Entlastung der Anderen habe ich die Anleitung mal übersetzt und stelle sie Euch <a href="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/Computer-Experte_werden.pdf">hier zum Ausdrucken, Verbreiten, Verteilen und Verbloggen</a> zur Verfügung.</p>
<p><a href="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/computerexperte.png" rel="lightbox[1268]"><img class="alignleft size-medium wp-image-1271" style="padding: 5px; border: 1px solid #ccc; margin-bottom: 10px;" title="Wie man mit Halbwissen zum örtlichen IT-Experten aufsteigt" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/computerexperte-450x390.png" alt="" width="420" height="365" /></a><strong></strong></p>
<p>Zum Vergrößern anklicken, zum Ausdrucken <a href="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/Computer-Experte_werden.pdf">runterladen</a>.</p>
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		<title>Die Trinkröhrchen-Flöte</title>
		<link>http://jabka.de/blog/die-trinkrohrchen-flote/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 17:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das nur am Rande]]></category>

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Bereits im August habe ich mit meinem Vater dieses Video gedreht, in dem er erklärt, wie man aus einem einfachen Trinkröhrchen eine Flöte bauen kann. Zu Weihnachten haben wir es endlich geschafft, das Video ins Netz zu bringen. Weitere Bauanleitungen folgen hoffentlich bald – und zwar dann nicht mit einem halben Jahr Bearbeitungszeit ;-)
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			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ilacjJqBf7w&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ilacjJqBf7w&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Bereits im August habe ich mit meinem Vater dieses Video gedreht, in dem er erklärt, wie man aus einem einfachen Trinkröhrchen eine Flöte bauen kann. Zu Weihnachten haben wir es endlich geschafft, das Video ins Netz zu bringen. Weitere Bauanleitungen folgen hoffentlich bald – und zwar dann nicht mit einem halben Jahr Bearbeitungszeit ;-)</p>
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		<title>Hassliebe Facebook</title>
		<link>http://jabka.de/blog/hassliebe-facebook/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 00:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alles 2.0 und drumherum]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem erhielt ich eine Anfrage von den Blogpaten, einen Gastbeitrag darüber zu schreiben, wie ich das Internet nutze. »Sehr gern« antwortete ich und fragte mich im Stillen, wieviele zigtausend Zeichen ich für dieses Mega-Thema denn zur Verfügung haben würde.
Die Blogpaten wollen denjenigen das Internet nahe bringen, die bislang noch nicht den Einstieg in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem erhielt ich eine Anfrage von den <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de" target="_blank">Blogpaten</a>, einen <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de/begegnungen-am-virtuellen-kuchentisch/" target="_blank">Gastbeitrag</a> darüber zu schreiben, wie ich das Internet nutze. »Sehr gern« antwortete ich und fragte mich im Stillen, wieviele zigtausend Zeichen ich für dieses Mega-Thema denn zur Verfügung haben würde.</p>
<p>Die Blogpaten wollen denjenigen das Internet nahe bringen, die bislang noch nicht den Einstieg in die digitale Lebenswelt geschafft haben und stellen engagierten Menschen, die kein eigenes Blog besitzen, Platz für Artikel über ihre Projekte zur Verfügung. Ich mag diese Initiative sehr, folge ihr schon lange auf Twitter und empfand es als Ehre, nach einem Gastbeitrag gefragt zu werden. Die Aufgabe allerdings war nicht ohne!<span id="more-1259"></span></p>
<p>Es hat mich gute zehn Tage gekostet, den Strom an Gedanken auf ein erträgliches, halbwegs lesbares Level herunterzubrechen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Es hat mich sehr gerührt zu lesen, dass sich einige Leser in meiner Beschreibung wiederfanden und sich andere durch meinen Artikel tatsächlich inspiriert fühlten, einen weiteren Schritt in Richtung Social Media zu wagen. (An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Karin für ihr <a href="http://regentropfenaugen.wordpress.com/2009/11/23/einfach-sein-und-sein-lassen/" target="_blank">schmeichelhaftes Feedback im Regentropfenaugenblog</a>!)</p>
<p>Ich habe mich in meinem Artikel darauf konzentriert zu erklären, warum ich Facebook für eine geniale Erfindung halte, die mein Sozialleben um eine einzigartige Komponente erweitert hat. Als ich einige Tage darauf las, dass Facebook seinen Umgang mit unseren persönlichen Daten einmal mehr zu Werbezwecken gelockert hat, blieben mir meine eigenen Worte allerdings im Halse stecken.</p>
<p>Wenn ich den zahlreichen Warnhinweisen diverser Facebook-Freunde Glauben schenken darf, erlaubt sich Facebook von nun an, unsere privat veröffentlichten Fotos in Werbeanzeigen einzublenden. Dies ist zweifellos eine Wendung, die mit meiner bei den Blogpaten beschriebenen Begeisterung gänzlich inkompatibel ist.</p>
<p><strong>Mich erschreckt diese Entwicklung</strong> und es grämt mich, dass ein öffentliches Wort pro Social Media in nur wenigen Tagen eine komplett andere Bedeutung erhalten kann. Ich ärgere mich über die neuerliche Dreistigkeit bei Facebook nicht nur, weil sie mich selbst betrifft, sondern vor allem auch, weil ich als vehemente Fürsprecherin für diese Plattform (nicht nur bei den Blogpaten) plötzlich eine Verantwortung trage, die ich weder tragen kann, noch will. Hätte ich vor zehn Tagen gewusst, dass Facebook plant, persönliche Informationen für Werbezwecke zu missbrauchen, wäre mein Artikel für die Blogpaten deutlich anders ausgefallen.</p>
<p>Ich jedenfalls habe meine Privacy-Einstellungen bei Facebook auf maximale Stufe gesetzt und werde die dortigen Entwicklungen in Sachen Privatssphäre mit Argusaugen beobachten. Bis auf Weiteres kann ich nur allen neu interessierten Social Medianern nahelegen, sämliche Einstellungen zur Privatssphäre mit detektivischer Genauigkeit zu prüfen.<br />
<em><br />
Für die Blockierung persönlicher Daten in Werbeanzeigen ist z.B. folgender Weg zu gehen:<br />
Einstellungen –› Privatsphäre-Einstellungen –› Neuigkeiten und Pinnwand –› Facebook-Werbeanzeigen –› zweimal »Niemand« und jeweils Änderungen speichern. Zweimal! </em></p>
<p>Ich hoffe inständig, dass die Facebook-Nutzer ihrem Gastgeber durch rigorose Zurückweisung dieser neuen Datenschutzbestimmungen eine Lektion erteilen, die derlei Vertrauensbruch zu einer einmaligen Ausnahme macht. Denn eines ist klar: Social Networking braucht eine unerschütterliche Vertrauensgrundlage. Sofern diese nicht gegeben ist, wird der Preis, den man für den digitalen Sozialaustausch bezahlt, einfach zu hoch.</p>
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		<title>60 Jahre Heldenreise</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 01:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jabka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebte Geschichte{n}]]></category>
		<category><![CDATA[Innenleben ausgeleuchtet]]></category>
		<category><![CDATA[archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[cgjung]]></category>
		<category><![CDATA[dramaturgie]]></category>
		<category><![CDATA[erich neumann]]></category>
		<category><![CDATA[geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[heldenreise]]></category>
		<category><![CDATA[joseph campbell]]></category>
		<category><![CDATA[storytelling]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Luke Skywalker von Obiwan Kenobi überraschend Besuch erhält, beginnt eine der berühmtesten Abenteuerreisen der Unterhaltungsgeschichte. George Lucas‘ Filmklassiker STAR WARS (1977) gilt als der perfekte Spielfilm, dessen idealtypische Dramaturgie bis heute Maßstäbe setzt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Lucas bei der Entwicklung des Films von der Mythenforschung unterstützen ließ. Zwei Bücher, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1251" title="heldenreise" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/hero-2.jpg" alt="heldenreise" width="450" height="285" />Wenn Luke Skywalker von Obiwan Kenobi überraschend Besuch erhält, beginnt eine der berühmtesten Abenteuerreisen der Unterhaltungsgeschichte. George Lucas‘ Filmklassiker STAR WARS (1977) gilt als der perfekte Spielfilm, dessen idealtypische Dramaturgie bis heute Maßstäbe setzt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Lucas bei der Entwicklung des Films von der Mythenforschung unterstützen ließ. Zwei Bücher, die für die Theorie der perfekten Heldengeschichte eine Grundlage legten, feiern dieses Jahr ihren 60. Geburtstag.<span id="more-1188"></span></p>
<h4>Der Heros in tausend Gestalten</h4>
<p>Das Buch »Der Heros in tausend Gestalten« des Mythenforschers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Campbell" target="_blank">Joseph Campbell</a> gilt heute all jenen als Klassiker, die sich professionell mit der Entwicklung von Geschichten beschäftigen. Campbell hat nicht weniger geleistet, als abertausende von Mythen der gesamten Weltgeschichte miteinander zu vergleichen und ein einheitliches Prinzip hinter ihnen herauszuarbeiten. Was Campbell selbst als <em>Monomythos</em> bezeichnet, ist ein Schema aus 17 Stufen, die der Held einer jeden Geschichte passieren muss, damit wir sein Abenteuer als spannend, emotional ergreifend und psychologisch schlüssig empfinden.</p>
<blockquote>
<h5>Der Weg des Helden nach Joseph Campbell</h5>
<p>Aufbruch<br />
- Berufung<br />
- Weigerung<br />
- Übernatürliche Hilfe<br />
- Das Überschreiten der ersten Schwelle<br />
- Der Bauch des Walfischs</p>
<p>Initiation<br />
- Der Weg der Prüfungen<br />
- Die Begegnung mit der Göttin<br />
- Das Weib als Verführerin<br />
- Versöhnung mit dem Vater<br />
- Apotheose<br />
- Die endgültige Segnung</p>
<p>Rückkehr<br />
- Verweigerung der Rückkehr<br />
- Die magische Flucht<br />
- Rettung von außen<br />
- Rückkehr über die Schwelle<br />
- Herr der zwei Welten<br />
- Freiheit zum Leben</p></blockquote>
<p>Campbells Entdeckung war für die Mythenforschung bahnbrechend und sorgte dafür, dass die Bedeutung von Geschichten in einem anderen Licht betrachtet wurde. Denn der Monomythos ist weit mehr als nur eine Bauanleitung für Drehbuchautoren. Er ist die mythische Verbildlichung unserer Lebensreise. Dieselben Stufen, die Luke Skywalker meistern muss, um Prinzessin Leia zu befreien, finden sich auch in unserem eigenen Leben wieder. Egal ob wir es von der Geburt bis zum Tod betrachten, oder nur einzelne Ausschnitte daraus: In jeder Wandlungsphase unseres Lebens werden wir jene 17 archetypischen Stufen durchlaufen, die in Campbells Monomythos dargelegt sind.</p>
<h4>Ursprungsgeschichte des Bewusstseins</h4>
<p>Gelegentlich werden bahnbrechende Entdeckungen von mehreren Menschen gleichzeitig gemacht. Das wohl berühmteste Beispiel hierfür ist die Evolutionstheorie, die zeitgleich von Charles Darwin und Alfred R. Wallace entwickelt wurde. Während Darwin für uns heute untrennbar mit der Evolutionstheorie verknüpft ist, ist Wallace nahezu in seinem Schatten verschwunden. Ähnliches passierte 1949 mit der Theorie der Heldenreise.</p>
<p>Im selben Jahr, in dem Campbell »The Hero with a Thousand Faces« veröffentlichte, erblickte ein ganz ähnliches Buch das Licht der Welt. Auch die »Ursprungsgeschichte des Bewusstseins« des deutsch-israelischen Psychologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Neumann_(Psychologe)" target="_blank">Erich Neumann</a> widmet sich dem Weg des mythischen Helden. Wie Campbell zerlegt auch Neumann den Mythos in ein Stufenschema, das er aus dem Vergleich unzähliger Mythen ableitet. Zwar haben die Stufen Campbells und Neumanns auf den ersten Blick eher wenig gemein. Bei genauerer Betrachtung aber erweisen sich die Unterschiede als Ergänzungen und beide Theorien gehen widerspruchslos Hand in Hand.</p>
<blockquote>
<h5>Der Weg des Helden nach Erich Neumann</h5>
<p>Der Schöpfungsmythos:<br />
- Der Uroboros<br />
- Die Große Mutter<br />
- Die Trennung der Welteltern oder das Gegensatzprinzip</p>
<p>Der Heldenmythos:<br />
- Die Geburt des Helden<br />
- Die Muttertötung<br />
- Die Vatertötung</p>
<p>Der Wandlungsmythos:<br />
- Die Gefangene und der Schatz<br />
- Die Wandlung oder Osiris</p></blockquote>
<p>Da Neumann als Schüler und C.G. Jungs im Gegensatz zu Campbell tief in der Psychologie verwurzelt war, war seine Beschreibung des Heldenwegs sehr viel stärker psychologisch geprägt. Wo sich Campbell auf den Mythos beschränkt, dringt Neumann tief in die Bedeutung ein, die die einzelnen Stufen der Heldenreise für die menschliche Entwicklung haben. Dabei blickt er nicht nur auf die Entwicklung des einzelnen Menschen. Anhand von Mythen und religiösen Glaubenssystemen verschiedener Zeiten schlägt er die Brücke zwischen der Grundstruktur des Mythos und der Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, die in unserer Kultur deutliche Spuren hinterlassen hat.</p>
<p>Die Hypothese, die daraus erwächst, ist nicht wenig revolutionär: Sowohl die Entwicklung des Einelmenschen als auch die Entwicklung der Menschheit verlaufen in denselben archetypischen Stadien. Dieselben Stadien wiederum sind in der Motiv-Struktur spanndender Geschichten wiederzufinden. Beim Geschichtenerzählen spiegeln wir also unsere eigene Entwicklung als Einzel- und als Artwesen, da uns diese Struktur inhärent ist. Wir empfinden Geschichten wie STAR WARS als spannend, weil sie nach demselben Muster gestrickt sind wie wir.</p>
<h4><strong>Nachklang</strong></h4>
<p>Beschreibt man Neumanns »Ursprungsgeschichte des Bewusstseins« als »Evolutionsgeschichte des Bewusstseins« (was nicht so falsch wäre), erscheint es geradezu als Treppenwitz der Geschichte, dass sowohl die physische als auch die psychische Evolution mit nicht einmal hundert Jahren Abstand von jeweils zwei Forschern gleichzeitig in eine Theorie gefasst wurden. Während Campbell heute als Klassiker gefeiert wird, steht Erich Neumann als Geheimtipp in den Bücherregalen der Hartgesottenen.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1221 alignright" style="margin-left: 5px; margin-top:5px;" title="neumann" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/neumann.jpg" alt="neumann" width="100" height="157" /><img class="size-full wp-image-1219 alignright" style="margin-left: 10px; margin-top:5px;" title="campbell" src="http://jabka.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/campbell.jpg" alt="campbell" width="97" height="157" />Campbpell ist zweifellos etwas handlicher zu lesen. Lesenswert sind beide Bücher aber gleichermaßen. Sie ergänzen sich hervorragend und entlassen ihre Leser mit einem veränderten Blick auf die Welt, auf sich selbst, auf Geschichten und auf die Entwicklung der Menschheit, die vor allem nach der Lektüre Neumanns nicht mehr ganz so apokalyptisch erscheint.</p>
<p>Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass Erich Neumann bereits 1960 im Alter von 50 Jahren aus dem Leben gerissen wurde. Denn nicht nur seine »Ursprungsgeschichte« ist ein bemerkenswert reifes, tiefgreifendes und kluges Buch, das man mehrmals im Leben mit anderen Augen liest. Sein frühes Ableben hat diesen außergewöhnlichen Psychologen meiner Meinung nach seiner wissenschaftlichen Nachwirkung und historischen Bedeutung beraubt. Der inhaltlichen Bedeutung seiner Werke tut dies jedoch keinen Abbruch, auch wenn diese heute nicht mehr ganz so leicht im Buchhandel zu finden sind.</p>
<p>Ob sich Neumann und Campbell jemals begegnet sind, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Da sich beide in Jung‘schen Kreisen bewegten, ist dies keineswegs ausgeschlossen. Wenn, dann dürfte dies sehr wahrscheinlich aber nach Entstehen der Bücher geschehen sein. Sowohl Neumann als auch Campbell waren regelmäßige Teilnehmer der <a href="http://www.eranos-ascona.ch/" target="_blank">Eranos-Tagung</a>, die bis heute die bedeutendsten Philosophen und Wissenschaftler jährlich in Ascona (CH) zusammenbringt.</p>
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